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Feb. 21st, 2010

R wie Rock'n'Roll

Eine zu 85% wahre Geschichte – Ein zu 100% unterhaltsames Buch

Sex, Drugs und Rock’n’Roll. Das sind die zentralen Themen in Chuck Klostermans gelungenem Roman „Eine zu 85% wahre Geschichte“. Obwohl, so ganz stimmt das nicht. Es geht weniger um Sex als um Liebe, um die Liebe zu drei Frauen. Um Drogen geht es zwar schon, aber sie spielen eine untergeordnete Rolle. Zentral ist und bleibt der Rock, von dem Klosterman so einiges versteht, war er doch zu der Zeit, als dieses Buch entstand, bei einer Musikzeitschrift angestellt. Und so reist Chuck durch die Staaten mit dem Auftrag einen epischen Bericht zu schreiben, auf der Suche nach den Orten an denen etwas passiert ist, an denen berühmte Musiker starben oder die Liebe zur Musik zu Katastrophen führte.
Witz, Charme, Musik. Ein Buch wie ein Sprung ins Becken der modernen, oder vielleicht nicht ganz so moderenen, Popkultur. Flugzeugabstürze, brennende Clubs, Kurt Cobain. Und mittendrin Chuck und sein Verhältnis zu drei Frauen, die alle auf ihre Art einen Teil seines Lebens beanspruchten.
„Eine zu 85% wahre Geschichte“ ist ein Buch wie ein Song. Kurzweilig, unterhaltsam, intensiv. Einer dieser Songs, die einfach Spaß machen.

Sep. 7th, 2009

B wie Bachelor - Das Monster

Ein Monster geht um an deutschen Universitäten. Es schleicht über den Campus, kriecht durch die Bibliothek und erschreckt arme Professoren. Die Studenten erzittern vor Angst, wenn sie nur den Namen des Monsters hören: B-B-Bachelor… Manche sagen sogar, wer den Namen dreimal in der Herrentoilette im Hauptgebäude ausspricht, muss auf grausame Weise sterben, zu Tode gefoltert durch zu viel Unistress und zu hohe Ansprüche.
STOP! Mal langsam!
So schlimm ist dieser Bachelor doch gar nicht, oder? Was genau ist es, dass die Studenten und Professoren so sehr an ihm hassen? Der hohe Lernaufwand? Das straffe Studium?
Wenn man heute einen Campus betritt, hört man das Raunen der neuen Studenten: „Früher war alles besser.“
Fakt ist: früher war vieles anders. Aber anders muss doch nicht immer schlechter sein. Natürlich, die Reform ist noch unausgereift, vieles steckt noch in den Kinderschuhen und ist durchaus verbesserungswürdig. Aber nicht alles ist schlecht. Die Studenten von heute müssen sich wohl einfach nur von dem Gedanken verabschieden, dass das Studentenleben ein „Lotterleben“ ist. Die zeiten, in denen der typische Student drei Mal pro Woche zur Uni fuhr und den Rest mit ausschlafen oder Geld verdienen verbrachte sind eindeutig vorbei. Aber kann man das nicht auch irgendwie positiv sehen? Bereitet das Studium so nicht viel besser auf das Arbeitsleben vor? Wird durch den Leistungsdruck und das neue Notensystem nicht sichergestellt, dass Bewertungen inzwischen fairer sind? Früher hatten jene Studenten, die es sich leisten konnten, ihr Studium gnadenlos zu überziehen häufiger die besseren Noten. Heute läuft das nicht mehr so. Prüfungen werden oft nicht mehr willkürlich gesetzt, sondern sind zeitlich festgesetzt. Alles ist reglementierter.
Wo da die Zeit für persönliche Entfaltung bleibt? Naja, wie wäre es denn mit der Freizeit? So müssen es jene, die nicht zur Uni gehen können (oder wollen) ja auch machen. Es hält ja niemand die Studenten davon ab, sich nach einem Seminar in die Bibliothek zu setzen um sich mit den Dingen zu beschäftigen, die die persönliche Entwicklung fordern. Ein bisschen Organisationstalent gehört dazu, aber machbar ist es sicher.
Also liebe Studenten, hört auf von alten Zeiten zu träumen. Wenn ihr was zu sagen habt, dann doch bitte so, dass es zur Optimierung der Bachelorstudiengänge beiträgt. Ständiges Gejammer hilft keinem weiter. Das Zauberwort lautet: Konstruktive Kritik! Danke.